
Gericht für Gericht
Mantije, Ćevapi, Sudžuk, Pitas, Sjenica-Käse und etwas Süßes zum Kaffee — was Novi Pazar isst und wo man es sucht.
Foto: Novi Pazarer Mantije, mit Sauermilch übergossen · Milica Buha / CC BY-SA 4.0
Die Küche der Stadt entstand dort, wo osmanisches Erbe auf das traf, was das Umland hergibt — die Weiden der Pešter, die Molkerei und die Bäckerei. Sie ist hier nach Gerichten geordnet, nicht nach Restaurants: Die Liste der Lokale führt die Tourismusorganisation.
Mantije
Kleine Fleischteigtaschen, im runden Blech gebacken und mit Sauermilch übergossen — das Gericht, für das Novi Pazar bekannt ist.

Auf einen Blick
- Was es ist
- Teigtaschen mit Hackfleisch, im Blech gebacken
- Dazu
- Sauermilch
- Wann
- Den ganzen Tag; am besten frisch aus dem Ofen
Ein Blech, kein Teller
Mantije bestehen aus dünnem, in Quadrate geschnittenem Teig, gefüllt mit Hackfleisch und dicht an dicht in ein rundes Blech gesetzt. Sie werden goldbraun gebacken und dann mit Sauermilch übergossen, die in den Teig zieht und das Ganze bindet. Bestellt wird blechweise, nicht stückweise.
Die Tourismusorganisation der Stadt notiert, dass jeder Haushalt in Novi Pazar sein Rezept eifersüchtig hütet — eine höfliche Art zu sagen, dass über Mantije ernsthaft gestritten wird und jede Familie eine feste Meinung hat, wo es die besten gibt.
Praktische Hinweise
- Wo
- In der Stadt gibt es mehrere Lokale, die nichts anderes machen; die Tourismusorganisation führt die aktuelle Liste.
Novi Pazarer Ćevapi
Das andere, worauf die Stadt stolz ist — und ein Thema, über das hier niemand scherzt.

Auf einen Blick
- Was es ist
- Gegrillte Hackfleischröllchen im Fladenbrot
- Dazu
- Rohe Zwiebel, Kajmak, Sauermilch
Warum man sie sich merkt
Ćevapi werden hier kräftiger geformt als anderswo und in weichem Fladenbrot serviert, das Fett und Saft vom Grill aufnimmt. Dazu gehören fein gehackte rohe Zwiebeln und auf Wunsch Kajmak. Eine Portion zählt man in Stück — fünf, zehn, fünfzehn — und das ist die ganze Karte.
Novi Pazarer Sudžuk
Eine luftgetrocknete Rindswurst, die zu den eigenständigen Erzeugnissen der Region zählt.

Auf einen Blick
- Grundlage
- Rindfleisch
- Aus derselben Gegend
- Sjenica-Käse, Sjenica-Lamm, Sjenica-Schinken
Viehzuchtland
Die Hochebenen um Novi Pazar und Sjenica sind seit Jahrhunderten Viehzuchtland, und das zeigt sich auf dem Tisch. Schon im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum für tierische Erzeugnisse. Neben Sudžuk gelten Sjenica-Käse, Lamm und Schinken als typische Produkte.
Kaffee, Tee und die Aščinica
Die Stadt ist bekannt für ihre Teehäuser und Aščinicas — Orte, an denen man länger sitzt, als der Anlass verlangt.

Auf einen Blick
- Aščinica
- Küche mit den fertigen Tagesgerichten
- Teehaus
- Tee, Kaffee und Gespräch, ohne Eile
Wo sich Küchen kreuzen
Die Küche der Stadt entstand an einer Kreuzung von Einflüssen, und das zeigt sich in kleinen Gewohnheiten: Kaffee wird langsam und in kleinen Tassen getrunken, Tee in Teehäusern serviert, die lange offen haben, und in der Aščinica isst man, was an dem Tag gekocht wurde — ohne Karte, mit Blick in die Töpfe.
Pitas und Bäckereien
Gezogener Teig im runden Blech — Burek, Zeljanica, Sirnica — und eine Bäckerei an fast jeder Ecke.

Auf einen Blick
- Burek
- Mit Fleisch
- Andere Pitas
- Mit Käse, Blattgemüse oder Kartoffeln
Frühstück, das man am Stück kauft
Eine Pita entsteht aus handgezogenem Teig, spiralig gerollt oder flach geschichtet und im großen runden Blech gebacken. In der Bäckerei wird sie portioniert und nach Gewicht verkauft, meist mit einem Joghurtgetränk. Es ist das billigste und schnellste Frühstück der Stadt — morgens sind die Bäckereien am vollsten.
Sjenica-Käse und Lamm
Erzeugnisse der Pešter-Hochebene, eine Autostunde von der Tafel in Novi Pazar entfernt.

Auf einen Blick
- Herkunft
- Pešter-Hochebene
- Käse
- Weißkäse in Scheiben, in Salzlake gereift
Die Hochebene hinter der Stadt
Sjenica-Käse zählt neben Sjenica-Lamm und -Schinken zu den bekannten Erzeugnissen dieses Teils Serbiens. Er stammt von der Pešter-Hochebene, dem kalten, windigen Land westlich von Novi Pazar, wo die Viehzucht seit Jahrhunderten Haupterwerb ist. Auf dem Markt wird er in Scheiben aus der Salzlake verkauft.
Orientalische Süßigkeiten
Baklava, Tulumbe und Urmašice — was nach dem Essen zum Kaffee bestellt wird, und alles in Sirup getränkt.

Auf einen Blick
- Baklava
- Filoteigschichten, Wal- oder Haselnüsse, Sirup
- Tulumbe
- Frittierter Teig in Sirup, kalt serviert
- Urmašice
- Grießgebäck in Dattelform
- Wozu
- Kaffee aus der Džezva oder Tee
Alles endet im Sirup
Die Süßigkeiten, die man hier isst, stammen aus der osmanischen Küche und teilen ein Verfahren: Etwas wird gebacken oder frittiert und dann, noch warm, mit Šerbe übergossen — einem dicken Sirup aus Zucker und Wasser. Baklava besteht aus Filoteigblättern und gemahlenen Wal- oder Haselnüssen; Tulumbe sind frittierter Teig, außen knusprig und durchtränkt, kalt gegessen; Urmašice sind Grießgebäck in der Form der Dattel, nach der sie heißen.
Süßes isst man hier nicht im Gehen. Man bestellt es in der Konditorei oder im Teehaus, dazu Kaffee aus der Džezva oder Tee, und man sitzt dabei — dieselbe Regel, die in dieser Stadt für alles gilt.
Praktische Hinweise
- Wo
- Konditoreien und Teehäuser im Zentrum; die aktuelle Liste führt die Tourismusorganisation.