Eine Kirche, älter als der Staat
Die Peterskirche ist eine Rotunde — ein Rundbau, dessen Kuppel sich in einem achteckigen Turm verbirgt, eine aus spätantiken Mausoleen ererbte Form. Die genaue Datierung wird bis heute diskutiert: Der Kern wird meist ins 9. oder 10. Jahrhundert gesetzt, manche Forscher erkennen Spuren weit älterer Bauphasen bis in die Spätantike.
Die Kirche war Sitz des Bistums Ras und bis zum Ende des 12. Jahrhunderts kirchliches Zentrum der Region. Ihre Fresken sind in Schichten aus dem 10., 12. und 13. Jahrhundert erhalten.
Ort staatlicher Wenden
In dieser Kirche wurde vor 1163 Stefan Nemanja getauft, der Stammvater der Nemanjiden. 1196 fand hier die Staatsversammlung statt, auf der er zugunsten seines Sohnes Stefan abdankte — der Augenblick, in dem die Macht im serbischen Staat erstmals friedlich und geordnet überging.
Das Fürstengrab
Grabungen rund um die Kirche zeigten, dass der Hügel schon Jahrhunderte zuvor Kultstätte war. Gefunden wurden griechische Keramik des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. sowie ein Fürstengrab des 5. Jahrhunderts v. Chr. mit Gold- und Silberschmuck, Masken, Perlen und attischem Geschirr.

