Die Peterskirche — Rotunde mit achteckigem Turm
UNESCO-WELTERBE

Peter-und-Paul-Kirche

Die älteste erhaltene Kirche Serbiens, auf einem Hügel über der Stadt — auf einem Boden, der lange vor dem Christentum heilig war.

Foto: Die Peterskirche — Rotunde mit achteckigem Turm · Nikolina Šepić / CC BY-SA 4.0

Eine Kirche, älter als der Staat

Die Peterskirche ist eine Rotunde — ein Rundbau, dessen Kuppel sich in einem achteckigen Turm verbirgt, eine aus spätantiken Mausoleen ererbte Form. Die genaue Datierung wird bis heute diskutiert: Der Kern wird meist ins 9. oder 10. Jahrhundert gesetzt, manche Forscher erkennen Spuren weit älterer Bauphasen bis in die Spätantike.

Die Kirche war Sitz des Bistums Ras und bis zum Ende des 12. Jahrhunderts kirchliches Zentrum der Region. Ihre Fresken sind in Schichten aus dem 10., 12. und 13. Jahrhundert erhalten.

Ort staatlicher Wenden

In dieser Kirche wurde vor 1163 Stefan Nemanja getauft, der Stammvater der Nemanjiden. 1196 fand hier die Staatsversammlung statt, auf der er zugunsten seines Sohnes Stefan abdankte — der Augenblick, in dem die Macht im serbischen Staat erstmals friedlich und geordnet überging.

Das Fürstengrab

Grabungen rund um die Kirche zeigten, dass der Hügel schon Jahrhunderte zuvor Kultstätte war. Gefunden wurden griechische Keramik des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. sowie ein Fürstengrab des 5. Jahrhunderts v. Chr. mit Gold- und Silberschmuck, Masken, Perlen und attischem Geschirr.

Die Kirche und der alte Friedhof ringsum
Die Kirche und der alte Friedhof ringsum · Nikolina Šepić / CC BY-SA 4.0

Quellen